Kopfbild Tanzsaal 720x124

Das Gebäude: Der Gartensaal aus Geislingen an der Steige

Zur Bau- und Nutzungsgeschichte des Gartensaals

1892

Am 28. August 1892 veranstaltet Johannes Hafner, Gastwirt zum Grünen Baum in Geislingen, ein Gartenfest mit Musik und Feuerwerk „auf der sog. neuen Türkei“, dem Garten von J. Hafner (Quelle: Geislinger Zeitung 27.08.1892). Johann Hafner hatte 1872 die Wirtschaft „Grüner Baum“ gekauft und führte diese bis 1911 weiter.

1893

Bauantrag des Geislinger Brauereibesitzer und Gastwirts Johannes Hafner zur Erstellung einer Sommerwirtschaft auf seiner Baumwiese an der Überkingerstraße in Geislingen. Die Gastronomie soll den Namen “Gartenwirthschaft zur Neuen Türkei” tragen.

Der Saal hat eine Grundfläche von 14,00 auf 8,00 Meter und besitzt einen Anbau (5,10 × 3,50 Meter) für das Büffet. Von diesem Büffetraum, der zum Saal hin offen ist, führt eine Treppe in den Gewölbekeller, der eine Grundfläche von 5,00 × 4,50 Meter hat. Nutzfläche: Saal 112 qm; Büffet-Raum 17,85 qm; Gewölbekeller 22,50 qm.

Zwei “Abort-Häuschen”, getrennt nach Frauen und Herren, sollen im Abstand von ca. 20 Metern von der Gartenwirtschaft errichtet werden.

23. Juni 1893

Anzeige in der Geislinger Zeitung „Geislingen. Gartenwirtschafts-Eröffnung. Nächsten Sonntag, den 25. d. M. eröffne ich meine „Gartenwirtschaft Zur Wilhelmshöhe“ mit Musik durch die Kapelle der WMF. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Zu zahlreichem Besuche dieses schön gelegenen Gartens ladet ergebenst ein Joh. Hafner z.[um] gr.[ünen] Baum.“

1911

im Jahr 1911 eröffnet Familie Hafner das neu erbaute Höhenrestaurant Wilhelmshöhe, in unmittelbarer Nachbarschaft des Gartensaals.

1937

Hermine Hafner, Witwe von Georg Hafner, lässt vom Geislinger Architekt Karl Bantleon im März 1937 einen Plan erstellen. Das als Gartensaal bezeichnete Gebäude soll jetzt eine Grundfläche von 23,00 Meter auf 10,50 Meter erhalten. . Die Toiletten sollen jetzt direkt an den Saal anschließen. Das Bürgermeisteramt genehmigt am 13. Dezember 1937 den Bauantrag. Die Nutzfläche des Saals wird damit von 112m² auf ca. 240 m² mehr als verdoppelt.

1937/38

Wird in einer Werbebroschüre der Familie Hafner das “Höhen-Restaurant Wilhelmshöhe“ als lohnendes Ausflugsziel beworben. Es heißt darin u.a.: „Großer Garten für 600 Personen – Moderner Gartensaal für 400 Personen – erstklassige Tanzfläche – Herrliche Aussicht“.

1939

Der Gartensaal wird 1939 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und als Lagerraum für Getreide genutzt.

1950

Erst 1950 kann Familie Hafner wieder zurück in die Wilhelmshöhe.

1952

Der Gartensaal soll um einen Raum erweitert werden, der als Garderobe und Vorraum zum Saal genutzt werden soll. Das Architekturbüro Bantleon fertigt für den Bauherrn Willy Hafner den Plan, der am 16. Oktober 1952 vom Bürgermeisteramt Geislingen genehmigt wird. Diese Maßnahme wird realisiert, sodass das Gebäude nun eine überbaute Fläche von ca. 420m² hat.

Geislingen, Gartensaal der

1960

Das Architekturbüro Ströhle aus Geislingen erarbeitet das Baugesuch „Erweiterung Gartensaal an der Türkheimerstr. 1“ für Willy Hafner. Die Stadt genehmigt das Baugesuch am 3. Mai 1960. Die Baumaßnahme wurde aber nicht realisiert.

1966

Die Ära des Gartensaals der Wilhelmshöhe als Sommerwirtschaft endet 1966.
Der Gartensaal wird zur Vermietung ausgeschrieben und ab 1967 als Lagerraum und Ausstellungsraum genutzt.

Blick in den Gartensaal in seinem Originalzustand vor dem Abbau.

2016

Das Anwesen Wilhelmshöhe mit Gartensaal, das seit 1893 in Familienbesitz ist, wird von Familie Hafner verkauft.

2017

Die neuen Eigentümer, das Ehepaar Oberländer, renoviert die Wilhelmshöhe und überlässt den Gartensaal dem Landkreis Esslingen zur Umsetzung ins Freilichtmuseum Beuren.

13.07.2017

Der Kreistag des Landkreises Esslingen beschließt die Translozierung des Gartensaals aus Geislingen zur Nutzung als Erlebnis- und Genusszentrum für alte Sorten ins Freilichtmuseum Beuren. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Landkreises Esslingen, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie des Fördervereins Freilichtmuseum Beuren e.V.

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