FREILICHTMUSEUM BEUREN  -  Museum des Landkreises Esslingen für ländliche Kultur

Kalkofen

 

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Kalkofen (Befeuerung/Talseite)    Abdeckung und Ofenschacht    Querschnitt durch den Ofen

Kalk ist eine der ältesten und wichtigsten Baustoffe: Man vermischt ihn mit Sand und Wasser zu Mörtel oder verwendet ihn beim Kalkmilchanstrich. In der Landwirtschaft und beim Gartenbau wird Kalk als Dünger eingesetzt. Doch bevor er verwendet werden kann, muss der Kalk gebrannt und gelöscht werden. Jahrhunderte lang tat man dies in Meileröfen. Im Freilichtmuseum Beuren wurde ein solcher Kalkofen nach einem Original rekonstruiert.

 

Kalkbrenntage im Freilichtmuseum Beuren

Wenn im Freilichtmuseum Beuren Kalk gebrannt wird, ist der Bereich "Kalkofen" rund um die Uhr geöffnet. Vielfältige Eindrücke und Informationen, Vorführungen und Workshops rund um das "Kalkbrennen" und das "Kalklöschen" werden dann geboten.

Bilder vom Kalkbrennen im Freilichtmuseum Beuren ...

Befüllen des KalkofensDer Kalkofen wird vor dem Brand mit Kalksteinen befüllt.
BefeuerungDer Kalkofen muss mehrere Tage und Nächte ununterbrochen befeuert werden.
Wasseranteile werden ausgetriebenIn großen Dampfschwaden werden die im Kalkgestein enthaltenen Wasseranteile (H2O) ausgetrieben.
LehmabdeckungIst das Wasser ausgetrieben, muss der Kalkofen mit einer Lehmschicht abgedeckt werden. Nur so können die hohen Temperaturen im Ofeninnern erreicht und auch gehalten werden.
Glühender KalksteinBei über 1000 C° müssen die Kalksteine einige Zeit "durchglühen". Dann erst darf das Feuer erlöschen und die glühenden Kalksteine abkühlen.
Der gebrannte Kalkstein wird "gelöscht".Der gebrannte und abgekühlte Kalkstein wird nun mit Wasser "gelöscht". Bei dieser Prozedur zerfällt der Kalkstein zu "Sumpfkalk".
Erdgrube mit SumpfkalkDer gewonnene "Sumpfkalk" wird in eine Erdgrube abgefüllt und dort gelagert.


Was geschieht eigentlich beim Kalkbrennen und -löschen?

Beim Kalkbrennen und -löschen wird dem Kalkstein (CaCO3) beim Brennen Wasser (H2O) und die Kohlensäure (CO2) entzogen, dann bleibt der "Branntkalk" oder "Stückkalk" übrig, der fast die Hälfte seines Gewichts verloren hat. Kommt dieser "Branntkalk" beim Löschen mit Wasser in Berührung, so nimmt er dieses gierig auf und zerfällt unter Hitzeentwicklung. Löscht man mit wenig Wasser (Duschen), zerfällt der "Branntkalk" zu Pulver; löscht man mit viel Wasser, so entsteht ein Kalkbrei, der Sumpfkalk (Ca(OH)2). Er wird unter einer dünnen Wasserschicht in Erdgruben aufbewahrt. Dort zerfällt er immer mehr und erreicht nach Jahren seine beste Qualität. Setzt man diesen gelöschten Kalk der Luft aus, so nimmt er das Kohlendioxid wieder auf, welches man ihm beim Brennen ausgetrieben hat. Er wird wieder zu dem, was er war: Kalkstein.

 

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