VORTRAG

In den Herbstwiesen. Analyse der Natur- und Kulturlandschaft auf dem Gelände des Freilichtmuseums Beuren

Ein vom Institut für Landespflege an der Universität Freiburg unter Leitung von Prof. Dr. Werner Konold im Jahr 2011 durchgeführtes Forschungsprojekt hat das Wissen über das Gelände des Freilichtmuseums Beuren als Teil einer historischen Kulturlandschaft grundlegend erweitert. Dieses Erbe, in dem sich Kultur, Geschichte und Natur verschränken, soll künftig sorgsamer gepflegt und verstärkt in die Museumsdidaktik eingebunden werden. Prof. Dr. Konold und Dr. Katrin Schwineköper stellen die Ergebnisse des vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb und vom Landkreis Esslingen als Träger des Freilichtmuseums geförderten Forschungsprojektes vor.
Bäuerliche Wirtschaftsweisen haben die Landschaft, wie wir sie heute kennen, wesentlich mit gestaltet. Das geübte Auge entdeckt und erkennt einzelne Elemente wie Wölbäcker, Lesesteinhaufen, Hohlwege, Realteilungsparzellierungen, Ackerterrassen, Wässerwiesen, Weidbuchen oder Schafheiden. Viele Zeugnisse dieser bäuerlichen Naturbearbeitung sind bereits verschwunden oder bedroht – durch die Mechanisierung der Landwirtschaft, durch Flächenverbrauch, durch Flurbereinigungen und andere Eingriffe.
Die Ergebnisse der topographischen Bestandserfassung tragen dazu bei, den Blick der Besucher nicht nur auf Gebäude, Einrichtungen und Ausstellungen, sondern auch auf „Landschaft“ als Teil der ländlichen Kultur zu lenken. Das Museumsgelände ist in dieser Hinsicht doppelter Grund und Boden: einerseits ist es (Landschafts-)Archiv einer vorgängigen, authentisch bäuerlichen Nutzung und zugleich ist es Terrain für museale Rekonstruktionen, die didaktisch-anschaulich auf die bäuerliche Landnutzungsgeschichte Bezug nehmen wollen.

Museumsträger
Landkreis Esslingen
Standortgemeinde
Gemeinde Beuren