Juli 2018

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Pflanzenschilder zieren jetzt die Museumsgärten

Es blitzt und blinkt im Freilichtmuseum in Beuren. 184 Pflanzenschilder zieren seit neuestem die Museumsgärten – hier wartet eine enorme Vielfalt an Gemüse- und Salatsorten darauf, entdeckt und bestaunt zu werden. Die Pflanzenschilder sind ein weiterer Baustein zum Ausbau des Freilichtmuseums als Erlebnis.Genuss.Zentrum für alte Sorten. Die Pflanzenschilder informieren über die Art und Sorte der angebauten Kulturpflanzen. Sie geben aber auch Auskunft zu langjährigen oder außergewöhnlichen Geschichten, die hinter ihrer Entstehung und Nutzung stecken. So verwandeln die Pflanzenschilder die Museumsgärten in Lernorte über alte Sorten. Die einzigartige Sortenfülle stellt einen wichtigen Teil der regionalen Kulturlandschaft und des Lebens der Menschen in früheren Zeiten dar.

Sieben Museumsgärten können erkundet werden
Die sieben Hausgärten im Museumsdorf zeugen von fast vergessenen kulinarischen regionalen und überregionalen Köstlichkeiten. Hier kann man alte gezüchtete Sorten wie die Zwiebel Stuttgarter Riesen oder die Stangenbohne Neckarkönigin wieder finden. Die neuen Schilder geben Hinweise darauf, wie sich die Landbevölkerung früher ernährt haben könnte, welche Lebensmittel wichtig waren.

Im Museumsdorf wurden verschiedene Gartenformen angelegt. Sie passen zu den jeweiligen Zeitschnitten, in denen die dazugehörenden Gebäude eingerichtet sind. So befindet sich neben dem stolzen „Bauernschloss“ aus Öschelbronn ein kreuzförmig angelegter Bauerngarten. Hier reifen beispielsweise regionale Sorten wie die Stangenbohnen Neckargold und Blauhilde oder der Rettich Hilds Neckarruhm rot sowie der echte Hopfen Tettnanger heran. In praktisch-üppiger Vielfalt zeigt sich der Nutzgarten im Alb-Dorf von der Zwiebel Stuttgarter Riesen über den Rosenkohl Groninger bis hin zur Petersilie Mooskrause. Im Küchengarten im Neckarland-Dorf am Haus mit Schreinerei aus Ohmenhausen wachsen z.B. der Kopfsalat Wunder von Stuttgart und Erdbeerspinat. Im „Flüchtlingsgarten“ im Alb-Dorf gedeihen dagegen Pflanzen mit „Migrationsgeschichte“, wie die goldgelbe schweizerische Maissorte Rheintaler Riebel und die edle Artischocke Mediterrano, die Menschen aus anderen Regionen der Welt auf die Schwäbische Alb mitbrachten. Der Kräutergarten am Wohn-Stall-Haus aus Beuren – bestückt mit Echtem Salbei, Echtem Lavendel, Winter-Bohnenkaut, Minze und vielem anderem mehr – lädt zum Schnuppern und der Schaugarten am Zentrum Museumspädagogik zum Fühlen und vorsichtigen Kosten unterschiedlicher Tomatensorten und aromatischer Küchenkräuter ein. Im Ziergarten am Tageslichtatelier beindrucken die alten Rosensorten „Madame Boll“ und „Luise Odier“.