Station 20

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Schweinestall aus Ehningen

»Da geht keine Sau mehr rein«

  • Erbaut: um 1850
  • Zeitschnitt: 1850
  • Abbau: 1988
  • Wiederaufbau: 1991

Als Schimpfwort erfreute es sich ungebrochener Zuneigung, doch Schweine wurden bis in das 18. Jahrhundert in Württemberg wenig gehalten. Der Schweinehirt führte die Tiere auf die Brache oder in den Wald zu den Eicheln und Bucheckern. Mit der verbesserten Dreifelderwirtschaft wurden Kartoffeln auf der Brache angebaut. Damit und mit der Futtergerste war eine Masthaltung der Schweine im Stall möglich.

Der kleine, fensterlose Stall aus Ehningen – ursprünglich Teil einer Hofanlage – bot Platz für drei Schweine. Die Tiere standen auf einem Spaltenboden aus Holz und somit immer im Trockenen. Solche kleinen landwirtschaftlichen Nebengebäude sind heute ohne Funktion und damit äußerst abbruchgefährdet.

Baugeschichte und Baubefunde

Der Schweinestall aus Ehningen wurde um das Jahr 1850 erbaut. Vermutlich stand jedoch an derselben Stelle bereits zuvor ein Gebäude ähnlicher Größe. Der Neubau geschah unter Verwendung von Bauteilen dieses Vorgängerbaus. Für die damalige Zeit war der Schweinestall ein sehr modernes Gebäude für die Viehhaltung. Erkennbar ist das daran, dass er einen Spaltenboden aus Holz besitzt. Dadurch standen die Tiere im Trockenen und der wertvolle Dung konnte durch die Spalten in eine Grube abfließen.

Ausführliche Informationen zur Baugeschichte des Schweinestalls aus Ehningen finden sich unter dem folgenden Link

Hausbewohner und Hausbewohnerinnen

Erbaut wurde der Schweinestall vermutlich von Christian Widenmaier. Er bot drei Schweinen gleichzeitig Platz, wobei vermutlich aus Futtermangel nur zwei Schweine gleichzeitig gemästet wurden, eines für den Verkauf und eines für die Selbstversorgung. Als Schweinestall wurde das Gebäude offenbar bis in die 1970er Jahre genutzt.

Zeitschnitt und Zeitgeschehen

Der Schweinestall wird im Freilichtmuseum im Zustand seiner Erbauung 1850 gezeigt.