Station 8

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Tagelöhnerhaus aus Weidenstetten

»Menschen am Rande des Dorfes«

  • Erbaut: 1734
  • Zeitschnitt: 1957
  • Abbau: 1993
  • Wiederaufbau: 1997/1998

Tagelöhner – das war die dörfliche Unterschicht, die auch räumlich getrennt von den anderen am Dorfrand lebte.Das Häuschen mit einer Wohnfläche von 37 Quadratmetern wurde 1734 erbaut und bezeugt die damaligen sozialen Unterschiede im Dorf. Mit seinen kleinen Räumen bot es wenig Annehmlichkeiten für die Menschen, die darin lebten. Beheizt wurde das Haus mit einem Stubenofen und einem Küchenherd. Die Toilette befand sich außerhalb des Gebäudes und war im Winter entsprechend kalt. Waschbecken oder gar Badezimmer gab es nicht.

Rund 30 Jahre wohnte das Ehepaar Habisohn zur Miete im Häuschen. Habisohns waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Heimatvertriebene auf die Ulmer Alb gekommen und lebten ab 1957 im ehemaligen Tagelöhnerhaus.

Baugeschichte und Baubefunde

Als eines von ehemals fünf baugleichen Häusern am Ende der Dorfstraße ist das Haus aus dem Jahr 1734 aufgrund seiner seit der Erbauung wenig veränderten Baustruktur ein typisches Beispiel für Kleinbauten der dörflichen Unterschicht. Das traufständige Einhaus hat eine giebelseitige Erschließung und das Erdgeschoss besteht aus massivem Bruchsteinmauerwerk. Eine Besonderheit ist der Alkoven, ein Bretterverschlag zur Abtrennung der „Schlafstube“ vom Wohnraum. Aufgrund der geringen Wohnfläche haben solche Bauten heute im Dorf kaum mehr eine Chance, einem Abriss zu entgehen.

Ausführliche Informationen zur Baugeschichte des Tagelöhnerhauses aus Weidenstetten finden sich unter dem folgenden Link

Hausbewohner und Hausbewohnerinnen

Bewohnt wurde das Haus im Laufe seiner fast 260-jährigen Geschichte von zwei Tagelöhnerfamilien, einem Schäferehepaar bzw. von Handwerkern mit Familien. Im 19. Jahrhundert lebte ein Ehepaar mit acht Kindern in dem kleinen Gebäude. Ab 1926 wurde das Haus nicht mehr von den Besitzern bewohnt, es wurde nur noch vermietet. Im Jahr 1957 zieht dann das Ehepaar Johanna und Johann Habisohn ein. Das Ehepaar gehörte zur Gruppe der Sudetendeutschen, die 1945/46 aus der damaligen Tschechoslowakei, heute Tschechien, vertrieben wurde.

Zeitschnitt und Zeitgeschehen

Die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen im Dorf war eine große Herausforderung der Nachkriegszeit in Deutschland. Das Schicksal des Ehepaars Habisohn steht stellvertretend für diese Zeit und wird im Haus thematisiert. Das Ehepaar kam 1945/46 als Vertriebene ohne Hab und Gut auf die Ulmer Alb. Das kinderlose katholische Ehepaar lebte zuerst mehrere Jahre im evangelischen Pfarrhaus in einer Nachbargemeinde von Weidenstetten. 1957 zogen sie schließlich nach Weidenstetten und lebten im ehemaligen Tagelöhnerhaus am Rande des Dorfes annähernd 30 Jahre in bescheidenen Verhältnissen.