JÜDISCHES LEBEN

Ausstellung

»Der Dachdecker von Birkenau«

SO 01.07.2018
11:00 Uhr

„An das Gute erinnert man sich gerne, doch ich vergesse auch nicht das Schlechte,“ sagte Mordechai Ciechanower, ein Überlebender des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau in dem Film „Der Dachdecker von Birkenau“. Der Dokumentarfilm, der das Leben Mordechai Ciechanowers beleuchtet, wird am Sonntag, den 01. Juli, um 11 Uhr im Freilichtmuseum Beuren gezeigt. Die Filmvorführung ist eine Begleitveranstaltung zur aktuellen Sonderausstellung „Jüdisches Leben im ländlichen Württemberg“. Im Anschluss steht der Regisseur Johannes Kuhn für Fragen gerne zur Verfügung. Die Filmvorführung (105 Minuten) ist im Museumseintritt inbegriffen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Am Nachmittag findet eine weitere Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung mit dem Ensemble „Klezmerfantasien“ statt.

Im Film erzählt Mordechai Ciechanower, wie er im Dachdeckerkommando in Auschwitz-Birkenau arbeitete und überlebte. Er sucht weitere Konzentrationslager auf, in die er verschleppt wurde, auch das Lager Hailfingen-Tailfingen in der Nähe von Herrenberg. An jeder der Stationen kommt der engagierte Protagonist mit Menschen vor Ort ins Gespräch und beweist, dass Hass dem einst Gehassten fremd ist. Er beeindruckt durch eindringliche Schilderungen, seine Musikalität und – trotz allem, was er in seiner Jugend durchmachen musste – durch Optimismus und einen einzigartigen Humor.

Der Regisseur des Films, Johannes Kuhn, lebt und arbeitet in Berlin. Seit vielen Jahren ist er in der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen engagiert, in das Mordechai Ciechanower verschleppt wurde. Die gemeinsame Idee, einen Dokumentarfilm über Ciechanowers Leben zu drehen, wurde 2014 umgesetzt.