ERFAHREN

Alte Gemüsesorten

Zwei Vorträge zur Sortenvielfalt

So 01.08.2021
15:00 Uhr

Sortenvielfalt erhalten – aber wie? Prof. Dr. Jan Sneyd und Prof. Dr. Roman Lenz – zwei Sortenretter berichten von ihren Projekten zum Erhalt der Sortenvielfalt.

Vortrag 1: Prof. Dr. Jan Sneyd
“Ein vergessenes Weizenkorn wächst im Archiv eines Projektgartens”
Sortenretter und Experte alter, regionaler Getreidesorten, Prof. Dr. Jan Sneyd, lehrte an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen – Geislingen. Bezüglich der Verarbeitung der Urgetreidesorten kooperiert er seit Jahren mit dem Bäckerhaus Veit in Bempflingen. In seinem Vortrag „Ein vergessenes Korn wächst im Archiv eines Projektgartens – die Geschichte einer Rettung“ stellt er die Rettung des fast vergessenen Binkel-Brotweizens vor und berichtet über die Höhen und Tiefpunkte, die er als Sortenretter dabei erlebt hat. Anhand praktischer Beispiele und Pflanzenmustern bringt er den Zuhörerinnen und Zuhörern anschaulich das Urgetreide näher.
Das Freilichtmuseum Beuren selbst bietet mit dem Anbau regionaler Sorten in seinen acht Hausgärten und seinem Engagement für Sortenvielfalt und Sortenerhalt interessante Impulse, sich mit dem Themenfeld zu beschäftigen.

Vortrag 2: Prof. Dr. Roman Lenz
“Sortenvielfalt bewahren – Beispiele aus Landschaften und Gärten”
Prof. Dr. Roman Lenz ist Dekan der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen – Geislingen. Alte Sorten sind kulinarische Schätze und erhalten die biologische Vielfalt. Aber wie erfährt man, wo etwa alte oder seltene Gemüsesorten angebaut werden, und wo deren Saatgut erhältlich ist? Der Vortrag von Prof. Dr. Roman Lenz beginnt mit einem Überblick zur Sortenvielfalt, ihrer Bedeutung sowie ihrer Gefährdung. Neben einigen staatlichen Initiativen sind es vor allem Nichtregierungsorganisationen, die die Sortenvielfalt zu bewahren versuchen. In Baden-Württemberg hat sich an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) das Projekt „Genbänkle“ und der seit 2018 eingetragene Verein „Genbänkle e. V.“ mittlerweile etabliert. Aktuell führt das Genbänkle zusammen mit dem Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft die Kampagne “Sortendetektive” in Baden-Württemberg durch, um verschollene alte Sorten wieder ausfindig zu machen und vor dem Aussterben zu retten. Hierzu wird Herr Lenz einige Beispiele wie die Schwabenbohne näher vorstellen.

Das Freilichtmuseum Beuren selbst bietet mit dem Anbau regionaler Sorten in seinen acht Hausgärten und seinem Engagement für Sortenvielfalt und Sortenerhalt interessante Impulse, sich mit dem Themenfeld zu beschäftigen. Auf dem Museumsgelände kann der Schauacker für alte Getreidesorten besichtigt werden. Zudem können derzeit im Museumsdorf auch der „Mobile Garten“ sowie Zeichnungen der Künstlerin Gabriela Oberkofler besichtigt werden.

Anmeldung: Voranmeldung erfoderlich
Treffpunkt: Haus aus Öschelbronn – Hopfensaal (Haus 01)
Zielgruppe: Erwachsene
Kosten: im Museumseintritt enthalten

Hinweis: Ein negativer Corona-Schnelltest bzw. Genesenen- oder Geimpften-Nachweis ist nicht erforderlich. Es gilt die Maskenpflicht in Räumen.

Das Freilichtmuseum Beuren ist mit seinem Erlebnis.Genuss.Zentrum für regionale Sorten Kooperationspartner der Villa Merkel, Galerie der Stadt Esslingen, im Rahmen der Ausstellung „Api étoilé / Ein wachsendes Archiv“ der Künstlerin Gabriela Oberkofler. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung statt.

Villa Merkel, Galerie der Stadt Esslingen
Pulverwiesen 25, 73726 Esslingen am Neckar

0711 3512 2640, villa-merkel@esslingen.de
www.villa-merkel.de