JÜDISCHES LEBEN

Erinnerungen an die »Löwenstein´sche PAUSA« - aus der Geschichte einer jüdischen Textilunternehmerfamilie

SO 23.06.19
11:00 Uhr

Am Sonntag, den 23. Juni, um 11 Uhr, gibt es zu der Sonderausstellung „Jüdisches Leben im ländlichen Württemberg“ im Freilichtmuseum Beuren den Vortrag „Erinnerungen an die Löwenstein’sche Pausa – aus der Geschichte einer jüdischen Textilunternehmerfamilie“ mit Irene Scherer und Welf Schröter. Die Referenten sind Mitbegründer des Löwenstein-Forschungsvereins und an der Organisation des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Pausa – 100 Jahre Bauhaus“ in Mössingen beteiligt. Ihr Vortrag beleuchtet die Geschichte der Textildruck-Firma in Mössingen, die großen Erfolge des Unternehmens in den 1920ern und Anfang der 1930er-Jahre bis hin zur Zwangsenteignung und Vertreibung der jüdischen Familien Löwenstein im Jahr 1936.

Vor 100 Jahren wurde die Löwenstein’sche Pausa von Artur und Flora sowie Felix und Helene Löwenstein gegründet, hergestellt wurden bedruckte Stoffe. Schon sehr früh begannen die Pausaner eine enge Zusammenarbeit mit dem innovativen Bauhaus in Weimar und Dessau. Mehrere Künstlerinnen des Bauhauses kamen nach Mössingen und veränderten Arbeit und Produkte. Die Belegschaft der Pausa gab den Anstoß zum einzigen Generalstreik gegen Hitler am 31. Januar 1933. Im Jahre 1936 wurde die Familie gezwungen, das Unternehmen abzugeben und das Land zu verlassen. 73 Jahre später lud der bürgerschaftliche Löwenstein-Forschungsverein zusam-men mit der Stadt Mössingen Nachkommen in die Steinlachstadt ein.

Die Teilnahme am Vortrag ist im Museumseintritt inbegriffen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Sie findet im Freilichtmuseum Beuren im barrierefrei zugänglichen Vortragsraum im Bauernschloss aus Öschelbronn statt.