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Schauacker alte Getreidesorten

Der Binkel – eine fast vergessene Ur-Getreideart

SO 24.10.2021
14:00 Uhr

Viele alte Kultursorten sind vom Aussterben bedroht. Wie mühevoll, spannend und letztlich von Erfolg gekrönt die Rettung einer alten Sorte aussehen kann, davon berichtet Getreideexperte Prof. Dr. Jan Sneyd und stellt anschaulich den Ur-Weizen „Binkel“ vor.

Eine Weizenart aus der Pfahlbauzeit
Der „Binkel-Weizen“, auch Pfahlbauweizen genannt, ist eine über 3000 Jahre alte Brotweizenart. Heute wird Binkel nicht mehr angebaut und seine Anbaueigenschaften sind kaum bekannt. Ende 2019 wurde auf Antrag von VERN e.V. einem Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen und dem Bäckerhaus Veit der Binkel als Ur-Weizenart in die „Rote Liste der gefährdeten Nutzpflanzen in Deutschland“ aufgenommen. Mittlerweile ist der Binkel auch als Passagier der Arche des Geschmacks von Slow Food eingetragen.

Erfolgreich gerettet
Das Bäckerhaus Veit betreibt bereits seit neun Jahren ein Rekultivierungsprojekt gemeinsam mit Herrn Jan Sneyd, um den Binkel vor dem Aussterben zu retten. Im Projektgarten in Beuren-Balzholz werden mehrere Binkel-Varietäten auf Mini-Parzellen getestet, u.a. der Samtrot Ur-Binkel und der Igel-Binkel, Die Ernte 2019 erfolgte erstmalig mit dem Mähdrescher und brachte 450 Kg. Im Jahr 2020 wurden bereits 2.000 kg (Samtrot Ur-Binkel) geerntet. Genug für allererste Backversuche, Analysen und die Weitervermehrung 2021. Nach vielen Jahren ist nun das erste Binkel-Brot probeweise im Verkauf und darf von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Vortrags verkostet werden.

TIPP
Besuchen Sie den Schauacker für alte Getreidesorten im Freilichtmuseum Beuren, dort wird der Samtrot Ur-Binkel angebaut!

Anmeldung: Voranmeldung erforderlich
Treffpunkt: Haus aus Öschelbronn, Hopfensaal (Haus 01)
Zielgruppe: Erwachsene
Kosten: Im Museumseintritt enthalten