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Familiensonntag im Museum

Gemeinsam Kartoffeln ernten und den Herbst begrüßen

SO 13.09.
11:00–17:00 Uhr

Gummistiefel an, Ärmel hochkrempeln und mitmachen! Beim Familiensonntag am 13. September 2026 steht im Freilichtmuseum Beuren die Kartoffelernte im Mittelpunkt.

Kinder, Eltern und Großeltern sind eingeladen, auf dem Museumsacker mit anzupacken und gemeinsam zu erleben, wie viel Arbeit früher nötig war, bis die Kartoffeln vom Feld auf den Tisch und in den Trog kamen.

Bevor Bulldogs und andere Landmaschinen Einzug in die Landwirtschaft hielten, waren dabei Mensch und Tier gefragt. Wie in jedem Spätsommer kommt Familie Hahn aus Gerstetten mit Vinzent und Franzi, einem Schwarzwälder-Kaltblut-Gespann, ins Freilichtmuseum und spannt am Rand des Kartoffelackers die beiden Pferde vor den historischen Kartoffelpflug. Auch die Stute Nieke wird mit ihrem diesjährigen Hengstfohlen Darko, auf einer nahegelegenen Museumswiese zu sehen sein. Hier präsentiert sich die Farbvielfalt des Schwarzwälder Kaltbluts.

Drei Kartoffelsorten warten in diesem Früherbst darauf, aus der Erde geholt zu werden: die „Rote Emmalie“ mit ihrer auffällig roten Schale und ihrem roten Fleisch sowie die Klassiker „Sieglinde“ und „Linda“. Sie erzählen zugleich ein Stück Kulturgeschichte der Kartoffel. „Sieglinde“ wurde bereits 1935 zugelassen und gehört zu den traditionsreichen beliebten Kartoffelsorten. „Linda“, seit 1974 auf dem Markt, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer besonders geschätzten Speisekartoffel. Die vergleichsweise junge „Rote Emmalie“ zeigt dagegen, wie vielfältig Kartoffeln in Farbe, Geschmack und Verwendung bis heute sein können.

Vom Acker bis auf den Teller und in den Trog

Hinter dem Pflug heißt es für Alt und Jung, Kartoffeln auflesen, nach Sorten und Größen trennen und in Körbe verteilen. Anschließend wandert ein Teil der Ernte durch die Kartoffelwaschmaschine und wird im Futterkessel gedämpft, ein anderer Teil wird zur Einlagerung in Säcke abgefüllt.

Ist die Arbeit geschafft, wird es gemütlich. Das Kartoffelkraut kommt aufs Kartoffelfeuer und frische Knollen garen direkt in der Glut. Währenddessen wird gemeinsam Butter hergestellt. Am Feldrand können die heißen Kartoffeln aus dem Feuer und frisch gedämpfte Kartoffeln aus dem Futterkessel mit Butter und Salz probiert werden.

Dabei ist Zeit zum Erzählen und Austauschen. Wie wurden Kartoffeln früher angebaut, geerntet, gelagert und zubereitet? Welche Erinnerungen verbinden Großeltern und Eltern damit und welchen Weg nimmt die Kartoffel heute, bevor sie bei uns auf dem Teller landet? So regt die gemeinsame Ernte auch zum Gespräch zwischen den Generationen an, über ein Lebensmittel, das selbstverständlich zum Alltag gehört und doch eine bemerkenswerte Geschichte besitzt.

Drucken, entdecken und genießen

Kreativ wird es bei Ursula Riehle. Beim Kartoffeldruck können Kinder Leinensäckchen gestalten – bestens geeignet, um die selbst geernteten „Kartöffelchen“ standesgemäß mit nach Hause zu nehmen.

Wer mehr über Kartoffelsorten, Pflanzenzüchtung und Anbaumethoden erfahren möchte, findet am Feldrand Gelegenheit mit Pflanzenzüchter Jan Sneyd ins Gespräch zu kommen. Er informiert dort über die Vielfalt der Kartoffel und darüber, wie sich Anbau und Ernte von früher bis heute verändert haben.

Für das leibliche Wohl sorgt das „Inkulinarium“ von „Leben inklusiv e. V.“ mit Mittagstisch, kalten und warmen Getränken, Kuchen und Eis. Auch das Backhaus aus Sulzgries bleibt am 13. September nicht kalt. Das Backteam heizt den historischen Ofen an und bietet ab 11 Uhr Kartoffelkuchen , salzige Dätscher, Apfelschnecken und Zwetschgendätscher an. Passend zur Jahreszeit spielen Kartoffeln und die beginnende Apfelernte dabei eine besondere Rolle. Ein warmer, deftiger Kartoffelkuchen stimmt bereits auf den nahenden Herbst ein.

Ein ruhiger Ausklang im Schattentheater

Nach einem erlebnisreichen Tag mit Auflesen, Sortieren, Waschen, Buttern, Feuermachen und Probieren findet der Familiensonntag einen entspannten Abschluss. Im Kellerabgang des Wohn-Stall-Hauses aus Beuren (21) lädt ein Schattentheater Kinder, Eltern und Großeltern zum gemeinsamen Zuschauen ein. Welche Geschichte dort auf der Leinwand lebendig wird, bleibt eine Überraschung.

Alle Aktionen des Familiensonntags sind im Museumseintritt enthalten. Die Leinensäckchen für den Kartoffeldruck kosten 3,- €.